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Manifest

Warum? Offline leben und zwanglos online mitmachen wird immer schwieriger

Das Smartphone durchdringt immer mehr den Alltag. Bei der Digitalisierung von Gesellschaftliche Interaktionen und Handlungen werden Apps und Smartphone immer mehr in den Mittelpunkt gestellt. Beispielsweise bei Terminvereinbarungen, Meetings, Kartenlesen, Zugfahrten planen und Tickets kaufen, aber auch bei Bankgeschäften, Gesundheitsversorgung und offiziellen Handlungen wie der Identifizierung für ein Bankkonto.

Mit dem Aufkommen dieser digitalen Technologie fallen immer häufiger alternative Möglichkeiten weg, um auf Informationen, Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen. Für Menschen, die kein Smartphone (Handy) benutzen möchten oder können, gibt es immer weniger Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Situationen von „Digitalzwang“ nehmen immer extremere Formen an:

  • Konto eröffnen? Bei verschiedenen Banken sind Sie ohne „smartes“ Handy nicht mehr willkommen und die Dienste hängen von einem Google- oder Apple-Konto ab.
  • Ein Auto mieten? Früher reichte es nur einen Führerschein vorzuzeigen, jetzt ist auch noch ein Smartphone erforderlich.
  • Das Einloggen erfolgt zunehmend über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), bei der stillschweigend davon ausgegangen wird, dass die Verwendung eines „smarten“ Telefons selbstverständlich ist; wer das nicht kann oder will, steht vor einer verschlossenen Tür.
  • Das Ablesen der Erträge von Solarmodulen, die Lautstärkeeinstellung eines Hörgeräts, das Ein- und Ausschalten einer Lampe – für immer mehr Dinge wird von Menschen erwartet, online zu sein und ein Smartphone zu benutzen.

Darüber hinaus wird das Internet von kommerziellen und politischen Interessen dominiert, und die Beeinflussung des Verhaltens des Einzelnen und das Erlangen persönlicher Daten werden immer selbstverständlicher. Das hat negative Auswirkungen auf den Bereich der Privatsphäre, der persönlichen Ruhe und des achtsamen Lebens, die mentale und physische Entwicklung von Kindern sowie die Beziehungen zwischen Bürgern und Behörden.

Denken Sie auch an Themen wie gefälschte Nachrichten, Polarisierung, Energie- und Rohstoffverbrauch, die Konzentration von Macht in unkontrollierten Händen und die zunehmenden Risiken, die diese Konzentration bei Ausfall oder Datenlecks mit sich bringt. Eine ernsthafte Abwägung der Vorteile gegenüber all diesen Nachteilen findet zu wenig statt. Und dabei wird es immer schwieriger zwanglos online zu gehen.

Die Freiheit, offline zu leben, und die Möglichkeit, selbst die Kontrolle über das eigene Online- Leben zu haben, sind wichtig für alle Menschen. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung für die menschliche Freiheit.

Was will Offlinemoetkunnen erreichen?

Wir, eine informelle Gruppe besorgter Bürger, machen uns Sorgen über das Verschwinden dieser Freiheit und wollen diese Entwicklung stoppen. Wir möchten erreichen, dass die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und das direkte menschliche Miteinander überall offline und jederzeit möglich bleiben. Organisationen sollten telefonisch und per Post erreichbar bleiben, einen Termin beim Arzt oder Zahnarzt sollte man auch ohne Smartphone und ohne Internetverbindung vereinbaren können und es sollte weiterhin überall die Möglichkeit geben bezahlen zu können, ohne digitale Spuren zu hinterlassen.

Darüber hinaus streben wir ein offenes Internet an (Open Source) mit Apps und Betriebssysteme die für Privatsphäre, Transparenz und Wahlfreiheit bürgen. Damit Menschen, die ein Smartphone, eine App oder eine Website nutzen, sicher sein können, dass ihre privaten Daten nicht (unbemerkt) gesammelt und an den Höchstbietenden verkauft werden.

Was wollen wir machen?

1. Wir sammeln und veröffentlichen Tips um Offline- und Zwanglos-Online leben zu können. Wir bieten einen Sammelpunkt für dokumentierte Informationen über laufende Aktionen sowie offene Fragen und Anfragen im Zusammenhang mit -Offline Muss Möglich sein- bereit. Wenn die Menge des gesammelten Materials ausreichend ist, suchen wir auf dessen Grundlage und in Absprache mit den Beteiligten nach einer öffentlichen Bekanntmachung. Zur Unterstützung praktischer Hilfeanfragen führen wir eine Übersicht über möglicherweise nützliche Erkenntnisse und Organisationen, und wir überlegen, die gesammelten Erkenntnisse über die Website und/oder einen Newsletter zu veröffentlichen.

2. Entwicklung eines Gütesiegels für offline und online Freiheit. Uns ist aufgefallen dass viele Organisationen von digitalen Technologien und Entwicklungen profitieren und dabei, absichtlich oder unbeabsichtigt, Schritt für Schritt die Möglichkeiten beeinträchtigen problemlos offline oder ohne Zwang online mit zu machen. Wir werden daher an einem Gütesiegel und einer Selbstbewertung arbeiten, um diese Organisationen dazu an zu regen, positive Veränderungen durch zu führen und sichtbar zu machen dass sie sich dafür einsetzen, dass Menschen weiterhin offline und ohne Zwang online willkommen sind.

3. Zusammenarbeit suchen und Kräfte mit verwandten (gesellschaftlichen) Organisationen bündeln. Es gibt bereits viele (gesellschaftliche) Organisationen, die wie wir, die Sorge um den digitalen Ausschluss teilen. Sie setzen sich dafür ein, jeweils aus ihren eigenen Prioritäten und Fachkenntnissen, um unsere Freiheit offline und online zu verteidigen oder zurückzugewinnen und Menschen in ihrem persönlichen Kampf zu unterstützen. Es gibt jedoch auch viel Zersplitterung. Wir werden deswegen nach mehr Verbindung suchen.